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Jubiläumsschrift

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Vereins Chronik

Die Vereins-Chronik wurde aktualisiert, der Text ist unten ersichtlich. Die Vereins-Chronik ist ausschliesslich elektronisch erhältlich. Sie kann beim Präsident bestellt werden oder ist als Download verfügbar. Es ist erlaubt, die Chronik als Ganzes oder Teile daraus zu zitieren, dabei muss immer die Quelle angegeben werden.
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Es folgt der Text der Vereins-Chronik der Bürgermusik Wildhaus

 

 

Chronik

 

 

Bürgermusik Wildhaus

1893 - 2008

 

 

 

Einleitung

Diese Chronik basiert auf der Jubiläumsschrift aus dem Jahr 1993. In diesem Jahr feierte die Bürgermusik Wildhaus ihr 100 Jähriges Bestehen.

Mit Einzug des digitalen Zeitalters wurde die Chronik überarbeitet und in die Digitale Form gebracht.

Seit dem 100 Jahr Jubiläum sind nun schon wieder etliche Jahre vergangen und einige Höhen und Tiefen wurden durchgemacht. Nichts desto trotz können wir uns glücklich schätzen, in der Zeit, in der wir immer mehr von Vereinsauflösungen und Fusionen von Musikvereinen hören, ein beachtliches Korps von 39 Musikanten zu haben.

Ich habe die neueren Jahre dieser Vereinschronik ergänzt, damit die Geschichte des Vereins aus aktueller Sicht weitergeführt wird.

 

Martin Hardegger

2008

 

Vorwort

In dieser Chronik wird auf markante Punkte in der Vereinsgeschichte eingegangen. Bei wichtigen gesellschaftlichen Dorfereignissen darf die Musik jeweils nicht fehlen.

Unter dem Motto: "Eintracht, Verträglichkeit, Opfersinn und unermüdlichen Fleiss überwinden Alles und führen sicher zum Ziel" gründeten im August 1893 dreizehn Musikfreunde die Bürgermusik Wildhaus. Beim Durchlesen der Protokolle stellte ich fest, dass es im Verein nicht nur um gesellschaftliche Anlässe ging, oftmals war es auch ein Kampf um das Überleben. Viele Krisen mussten überwunden werden. Hie und da gab es unter den Musikanten Unstimmigkeiten oder der Verein stand kurz vor der Auflösung. Aber immer wieder gab es Musikfreunde, die das Steuer festhielten, auf die Zähne bissen und den Verein vor dem Untergang retteten. Vor allem in den Kriegsjahren war es oft schwierig, das kleine Musikantentrüpplein zusammenzuhalten. Um die finanziellen Schwierigkeiten meistern zu können, mussten die Mitglieder oft tief in den eigenen Geldbeutel greifen.

Bei der Zusammenstellung dieser Chronik habe ich bewusst einige originalgetreue Protokollauszüge verwendet.

Mit dem Aufkommen der Medien und der konsumierbaren Unterhaltungsmusik wurde den Musikvereinen der Untergang vorausgesagt. Das Gegenteil war eingetroffen. Die Blasmusik erlebt zurzeit einen erfreulichen Aufschwung. Durch die gezielte Förderung der Jungmusikanten, aber vor allem auch dank dem grossen Einsatz der vielen "alten", treuen Aktiven zählt die Bürgermusik Wildhaus im Jubiläumsjahr einen Höchststand von aktiven Mitgliedern.

Im Namen vieler Wildhauser möchte ich all denen danken, die auf irgendeiner Art mitgeholfen haben, dass die Bürgermusik 1993 den hundertjährigen Geburtstag feiern darf.

Was wäre der Kurort Wildhaus ohne die Bürgermusik?

 

Der Berichterstatter Karl Rüegg

1993

 

Wildhaus um 1893

Die ältesten Wildhauser Bürger können sich noch einigermassen vorstellen, wie Wildhaus vor 100 Jahren ausgesehen hat. Kein Auto- oder Motorenlärm, keine Flugzeuge am Himmel, keine Skilifte und Bahnen, kein Fernsehen und Telefon, kein elektrisches Licht. Auf der um 1830 erstellten Staatsstrasse nach Gams entdeckte man Händler zu Fuss, Fuhrwerke und hie und da hörte man lautes Peitschenknallen, eine Postkutsche rumpelte daher. Wintersport wurde damals im obersten Toggenburg noch nicht betrieben, die ersten Sommerkurgäste erschienen um 1870, nach dem Bau der Bahnstrecke Wil-Ebnat.

Der Hirschen beherbergte die ersten Molkenkurgäste. Weitere Gasthäuser waren die Sonne, die Linde (Hotel Schönenboden), der Bären (Bäckerei) und der Tell (Post Lisighaus). Die Bewohner von Wildhaus lebten einfach und bescheiden. Sie waren vor allem Bauern, Taglöhner und einfache Handwerker. Die Vereine hatten in einem Dorf wie Wildhaus einen grossen Stellenwert. Durch die Veranstaltungen und Anlässe der verschiedenen Vereine kamen die Wildhauser zu ihrem Vergnügen und förderte das Zusammenleben. Auf Geselligkeit und Gemütlichkeit wurde schon damals grossen Wert gelegt.

Beinahe jeder Bewohner hatte die Möglichkeit bei einem Verein mitzuwirken, denn es existierten vor 100 Jahren in Wildhaus unter anderem 2 Kirchenchöre, 2 Männerchöre,1 Turnverein, 3 Schützenvereine, 2 Musikgesellschaften und einen Feuerwehrwehrverein. Daneben gab es noch verschiedene andere, meist konfessionelle Vereine.

Es ist bekannt, dass die Toggenburger ein musikalisches Völklein ist. Deshalb ist diese Fülle von Gesangs- und Musikvereinen in den kleinen Dörfern erklärbar.

 

 

Abbildung 1: Wildhaus um 1893

 

Abbildung 2: Wildhaus um 1893

 

Gründung der Bürgermusik Wildhaus

Am 22. August 1893 fand eine erste Versammlung statt.

13 Aktivmitglieder und 2 Passivmitglieder nahmen daran teil. Als erste Vorstandsmitglieder wurden gewählt: Präsident: Josef Grob, Kassier: Jacob Steiner, Aktuar: Niklaus Feurer und als Dirigent: Ulrich Rüdlinger. An dieser ersten Zusammenkunft wurde beschlossen, dass die Gesellschaft unter dem Namen Bürgermusik bestehe und dass man derselben ein Statut als Grundlage schaffen wolle. Die Anschaffung von Notenbüchern wurde gutgeheissen. Diese mussten von den Mitgliedern bezahlt werden, blieben aber Eigentum der Gesellschaft.

Statuten der Bürgermusik Wildhaus vom 3. Sept. 1893:

Art. 1

Die Gesellschaft besteht aus Aktiv-, Passiv- und Ehrenmitgliedern.

Art. 2

Jedes Mitglied muss genügende musikalische Anlagen besitzen und in bürgerlichen Rechten und Ehren stehen. Für die nötige Vorbereitung sorgt der Dirigent.

Art. 3

Über die Aufnahmen von Mitgliedern entscheidet der Verein. Jedes in die Gesellschaft aufgenommene Mitglied hat beim Dirigenten Übungen zu machen. Wenn seine Leistungen ungenügend sind, ist das Mitglied ohne Austrittsgebühr wieder aus der Gesellschaft zu entlassen.

Art. 4

Die Mitglieder verpflichten sich die Übungen fleissig zu besuchen und sich den Anordnungen zu unterziehen. Entschuldigungsgründe sind: Krankheiten, Militärdienst, Todesfall in der Familie und gleichzeitig stattfindende bürgerpflichtige Handlungen.

Art. 5

a)   Der Aktivaustritt muss beim Präsidenten angezeigt werden.

b)   Bei total unbegründetem Austritt kann die Gesellschaft eine Busse von Fr. 5.- bis Fr. 10.- aussprechen. Mit dem Austritt erlischt dessen Anspruch auf das Vereinseigentum.

 Art. 6

Die Bestimmung von Übungsstunden und Versammlungen ist Angelegenheit des Vereins.

 Art. 7

Alljährlich findet eine Jahresversammlung im Monat Januar statt. Die Monatsversammlungen sind in der ersten Übung des Monats abzuhalten.

Art. 8

Als Beiträge und Bussenbestimmungen gelten:

a)   Eintritt eines Aktivmitgliedes                                                                        Fr. 1.-

b)   Monatsbeiträge                                                                                             Fr. -.50

c)   Unentschuldigtes Versäumnis einer Übung                                               Fr. -.50

d)   Stunde Verspätung                                                                                       Fr. -.20

e)   Nichtteilnahme an Hauptversammlung                                                        Fr. 2.-

f)     Nichtteilnahme an Monatsversammlung                                                     Fr. -.50

g)   Nichtteilnahme an Komiteesitzung                                                              Fr. 1.-

h)   Nichtteilnahme an einer Produktion                                                            Fr. 5.-

i)     Teilnahme an einer Produktion ohne obligatorische
Kopfbedeckung (Käppi)                                                                               Fr. -.50

j)      Zu frühes Verlassen einer statuarischen Vereinigung wird in
allen Fällen gebüsst mit                                                                                Fr. 1.-

Art. 9 Kommission, Kassa

Die leitende Kommission besteht aus drei Mitgliedern.

In diesem Artikel wird genau beschrieben, welche Aufgabe die einzelnen Kommissionsmitglieder zu erfüllen haben.

Über die Pflichten des Dirigenten ist zu lesen: Er leitet die Übungen, hat für genügenden Musikstoff zu sorgen und ist berechtigt, die Musikanten nach Gutdünken zu Übungen einzuberufen. Er bezahlt keine Bussen.

Art. 10

Es ist einem jeden Mitglied gestattet, bei Ausständen den Kassier und Aktuar um genaue Auskunft zu erbitten und Einblick in die Bücher zu verlangen.

Art. 11

Eine Amtsdauer beträgt ein volles Jahr.

Art. 12

Passivmitglieder sind jene Personen, die einen halbjährlichen Beitrag von wenigstens 1.50 Fr. bezahlen.

Ehrenmitglieder sind Personen, die durch die Gesellschaft einer besonderen Auszeichnung gewürdigt wird.

Schlussbestimmungen

Art. 13

Eine allfällige Auflösung der Gesellschaft kann erfolgen, wenn nur noch 4 Mitglieder vorhanden sind. Ein noch vorhandenes Vermögen soll gleichmässig unter die noch amtierenden Mitglieder verteilt werden, dasselbe gilt für die Deckung eines allfällig vorhandenen Defizits.

Das noch vorhandene Inventar wie Notenbücher, Musikinstrumente soll beim Gemeindeamt, behufs einer neuen ins Leben tretenden Gesellschaft, deponiert werden.

Dieser Artikel 13 darf in keiner Weise und zu keiner Zeit revidiert werden.

Art. 14

Diese Statuten wurden an der Versammlung vom 3. Sept. 1893 genehmigt.

Das Gründungsprotokoll unterschrieben:

Ulrich Rüdlinger           Joseph Grob               Niklaus Feurer

Jacob Steiner              Jacob Beer                  Johann Rüdlinger

Gottfried Sutter            Emil Looser                 Rudolf Grob

Jakob Koch                 Joachim Feurer           Jacob Baumgartner

Gallus Gebert              Johannes Reich          Ulrich Reich

 

 


 

Die ersten Vereinsjahre

Auf den folgenden Seiten versuche ich mit Zusammenfassungen, Protokollauszügen und Photos aufzuzeichnen, wie sich die Bürgermusik Wildhaus durch das erste Jahrhundert gekämpft hat. Oft war es ein erbitterlicher Kampf ums Überleben, aber dank der Kameradschaft konnten alle diese Krisen überwunden werden.

 

1893-1900

In den ersten Monaten wurde fleissig in der Stube von Gallus Metzger geprobt, aber da bekanntlich ein Musikant nicht nur blasen kann, sondern hie und da auch spülen muss, dislozierte man bald ins Gasthaus Tell (heute Post Lisighaus).

Bei einer ersten Probe zeigte sich, dass das Klarinette von Jacob Beer unbrauchbar sei. Es wurde beschlossen, ihm ein neues Es-Klarinette zu kaufen, gegen Umtausch seiner drei alten Instrumente und Befreiung von allen Beiträgen.

Für das Notenschreiben wurde dem Dirigenten U. Rüdlinger eine Entschädigung von 5 Rappen pro Stimme zuerkannt, das Bezahlen müssen die Mitglieder übernehmen.

Am 15. Oktober 1893 trat die Bürgermusik Wildhaus im Gasthaus Tell erstmals öffentlich auf.

Gegen eine Entschädigung von Fr. 20.- und Verabreichung von genügend Wein wurde beschlossen, beim Schauturnen des hiesigen Turnvereins im März 1893 mitzuwirken.

Am Pfingstmontag des gleichen Jahres fand der erste Vereinsausflug statt. Als Reiseziel wurde der Ochsen im benachbarten Grabs gewählt.

Ein schon lang ersehnter Wunsch konnte erfüllt werden, die Anschaffung von Schlaginstrumenten (eine grosse und eine kleine Trommel). Es wurde beschlossen eine Kollekte durchzuführen. Gegen die Entschädigung eines Taglohnes wurde Josef Grob zum "Kollekteur" bestimmt.

Bei der Anschaffung eines neuen Musikinstrumentes wählte man verschiedene finanzielle Wege. Ende 1894 wurde für Fr. 50.- ein B-Bass gekauft, der Bläser Josef Grob beteiligte sich mit Fr. 20.-, diesen Betrag konnte er ratenweise der Gesellschaft einzahlen.

 

Abbildung 3: Gasthaus Tell, Lisighaus, Saal und 1. Probelokal

 

1895: Am Neujahrstag wurde vor Freunden und Bekannten im Tell produziert und anschliessend ein Nidelschmaus abgehalten. Wer ohne eine Evastochter erschien, bezahlte gleichviel wie ein Pärchen.

Während der Fastnacht 1895 konzertierte die Bürgermusik im "Schäfle" Neu St. Johann. Trotz dem Eintritt von 50 Rappen gab es ein Defizit, das von den Musikanten berappt wurde.

Im gleichen Jahre musizierte die Bürgermusik beim Schauturnen des Turnvereins, gegen eine Entschädigung von Fr. 15.- und Abgabe von Wein. Dieser Beschluss änderte man später ab in eine Entschädigung von Fr. 25.- und ohne Abgabe von Wein. Schon damals war es anscheinend bekannt, dass das Blasen Durst gibt.

Gegen freien Tisch und Fr. 20.- produzierte man im Rest. Falken in Buchs. Um 11 Uhr marschierten die wackeren Bläser ab. Der Weg führte über den Grabserberg. Die Musikanten waren anscheinend gut zu Fuss, denn Ende August marschierten sie mit Marschmusik und obligatorischer Kopfbedeckung nach Ennetbühl.

Gestützt auf Art. 3 der Statuten erklärte der Dirigent, dass ein Mitglied, infolge schwach musikalischer Begabung aus der Gesellschaft als Aktivmitglied aus­geschlossen werden muss.

Schon 1895 wurden die Aktiven ermuntert, die Proben fleissiger zu besuchen.

 

1896: Am 20. April fand in Unterwasser der Militärische Inspektionstag statt.

Die inspektionspflichtige Mannschaft begleitete man per Marschmusik nach Unterwasser.

Am 1. Okt. starb der langjährige Dirigent Ulr. Rüdlinger. Es wird erwähnt, dass er schon seit 1884 in der Musik tätig sei. Scheinbar bestand schon vor der Gründung der Bürgermusik eine kleine Musikgesellschaft.

Da der erste Tambour Gallus Gebert auf die Trompete wechselte, musste für ihn ein neuer "Trömmeler" bestimmt werden. Nikolaus Hässig erklärte sich, nach einigen Überredungskünsten bereit, es zu versuchen. Als Lehrmeister für ihn wurde Philip Lehnherr in Gams ausgewählt. An das Lehrgeld (pro Stunde 40 Rappen) bezahlte die Gesellschaft die Hälfte.

 

1896: Im März wurde die Tellwirtfamilie Forrer-Scherrer mit einem Platzkonzert verabschiedet. Der neue Tellwirt Mettler war bereit, der Bürgermusik das Übungslokal weiterhin zur Verfügung zu stellen. Aber schon bald danach stellte man das Gesuch, das Übungslokal in das Realschulhaus zu verlegen.

 

1898: Zum 15-jährigen Bestehen der Bürgermusik wurde eine kleine Feier, verbunden mit einem Platzkonzert auf dem Kirchplatz, abgehalten.

 

1899: Ein Höhepunkt in einem Vereinsjahr waren oft auch die Theateraufführungen. Eine solche erste fand im Februar statt. Die Aufführung begann um 5 Uhr abends und dauerte 4-5 Stunden. Die Eintritte kosteten: 1. Platz 80 Rp., 2. Platz 60 Rp., Kindervorstellung 20 Rp..

Nach einer Einladung von Pfarrer Schedler musizierte die Bürgermusik am 6. August bei der Einweihung des neuen Realschulhauses (heute Lehrerhaus).

Bei den Monatsversammlungen kassierte der Kassier jeweils die Mitgliederbeiträge und Bussen ein. So wurde ein Wendolin Forrer wegen unbegründeten Austritts zur Busse von Fr. 5.- (mehr als ein Taglohn) verurteilt.

 

Abbildung 4: Plakat für die Abend-Unterhaltung im Jahre 1899

 

 

1900: Im Februar erfolgte eine Einladung des Faschingsverein Gams, am Fastnachtsumzug teilzunehmen, gegen eine Entschädigung von 30.- Fr.

Start in das 20. Jahrhundert

1901: Da die Kasse bei den Anlässen zu sehr strapaziert wurden, wurde von den Aktiven je 2.20 Fr. eingezogen. Im gleichen Jahr vereinte sich die Bürgermusik mit der Musikgesellschaft "Harmonie" (vermutlich eine kath. Musikgesellschaft).

 

1902: Einem W. Forrer wurde die Aufnahme als Aktiver verweigert, später aber doch noch in den Verein aufgenommen. Der Dirigent ermahnt die Aktiven pünktlicher und fleissiger zur Probe zu erscheinen, ebenfalls wurde der Kassier angehalten die Bussen genauer zu notieren. Die Hauptversammlung fand mit einer Produktion und anschliessendem Nachtessen im Tell statt. Wer ohne Evastochter erschien, bezahlte eine Busse von 1.- Fr.

 

1903: Es wird beschlossen, die Monatsbeiträge von bisher 50 Rp. auf 30 Rp. zu reduzieren, später aber widerrufen und dafür beschlossen, alle Aktivmitglieder von Bussen für Verspätungen frei zu halten, unentschuldigte Absenzen aber mit 1.- Fr. zu büssen. Bereits ein Jahr später hob man diesen Beschluss wieder auf und die Bussen wurden neu geregelt.

 

1904: Für das Übungslokal bezahlte man dem Kath. Schulrat die Hälfte des Lichtzinses. Einem Wenk A. Egg wird ein weiteres Mitmachen als Aktiver untersagt.

1906: Johann Rüdlinger wird zum ersten Ehrenmitglied ernannt.

Am 9. Sept. fand auf dem Burgstock ein Platzkonzert statt, anschliessend vergnügte man sich in der "Linde" (Schönenboden).Das Motto hiess: „Einen freundlichen Geber hat Gott gern-- und wir auch."

 

1907: Weil sich Lehrer Böhni nicht die nötige Ruhe verschaffen könne, wurde das Übungslokal im kath. Schulhaus gekündigt. Vorübergehend wurde im Schulhaus Schönenboden geübt, jeweils am Sonntagabend um 5 Uhr, dann zügelte man in die Sonne. Zeitweise fanden die Proben auch im Schulhaus Lisighaus statt.

 

1908: An der Hauptversammlung wird erstmals auf den Appell verzichtet, weil bei einer so kleinen Gesellschaft (12 Aktivmitglieder) das Büro bald herausgefunden hat, wer fehlt.

Die erste Krise

Anfangs 1909 bestand der Verein nur noch aus 5 Aktiven. Die Übungen wurden einstmals eingestellt, die Monatsbeiträge aber sollen doch noch bezahlt werden. Um das Defizit von 10 Fr. einigermassen zu decken, zahlte jedes Mitglied noch zusätzlich 70 Rp. Da der Verein noch eine Lampe besass, wurde dieselbe für 14 Fr. dem Männerchor Schönenboden verkauft. Bei der Kassaauflösung konnte jedem Mitglied noch die schöne Summe von 85 Rp. ausbezahlt werden.

 

1910: wachte der Verein wieder aus dem kurzen Dornröschenschlaf auf. Es wurden neue Mitglieder aufgenommen, mit der Bedingung, wenn einer die nötige Tätigkeit im Blasen nicht erlange, wieder kostenlos vom Verein entlassen werde. Die Bürgermusik zählte wieder 13 Mitglieder. Durch den Zuwachs mussten 5 neue Instrumente angeschafft werden. Zur Finanzierung wurde bei der Raiffeisenkasse Fr. 300.- entlehnt. Der Präsident unterschrieb eigenhändig den Bürgschein. Sämtliche Mitglieder verpflichteten sich den Betrag zu 4 3/4% zu verzinsen. Jährlich sollten 50 Fr. abbezahlt werden.

Merkwürdiges: Der Aktuar J. Götte schrieb die Protokolle anfangs 1911 in der deutschen Schrift, im März war die Schrift bunt gemischt und vom Monat April nur noch in der heutigen Schrift. Hat er in den Wintermonaten einen Umschulungskurs genommen?

 

1911: Infolge des schlechten Probenbesuches und in Anbetracht, dass der Sängertag vor der Tür steht, wird beschlossen: Es sei die Doppelbusse für Verspätungen und Nichterscheinen anzuwenden. Um die Kasse etwas zu füllen, wurden im August Platzkonzerte abgehalten. Die jeweiligen Sammlungen ergaben beim Konzert bei der Pension Akker 11.05 Fr. und 10 Fr., beim Schönenboden 13.70 Fr. und auf dem Dorfplatz 72 Rp. Total 35.47 Fr.

Es wird beschlossen: Im kommenden Winter wolle man mit vereinten Kräften auf den Sommer hin üben, damit man wieder die trauten Melodien in die nächtliche Stille, zum Genusse aller, hinausschicken kann.

 

1912: Für Heizung und die Benützung des Probelokales wird dem Sonnenwirt der Passivbeitrag von Fr. 3.- erlassen. Man beschloss ebenfalls 4 Notenständer zu je Fr. 1.- und ein Althorn B zum Preis von Fr. 27.- anzuschaffen.

 

1913: Die Proben werden am Sonntag um 17.00 Uhr abgehalten. Die Schuld bei der Raiffeisenbank konnte getilgt werden.

 

1914: Im Februar fand gemeinsam mit dem Gemischten Chor (?) ein Unterhaltungsabend statt. Protokollauszug: „Den unter dem Ehejochschmachtenden Mitgliedern ist es erlaubt ihre besseren Hälften mitzubringen. Ebenso ist es begrüssenswert, wenn sich auch der ledige Teil mit einer Evastochter einstellt."

Am 17. Mai fand der Sängertag in Stein statt. Die Bürgermusik konzertierte mit den Stücken: „Festa della Gioventu" und "Das Gebet einer Jungfrau“. Dieses 2. Konzertstück war alles andere als ein Gebet. Die vielen Misstöne brachten eine Missstimmung hervor. Ja, der Dirigent wollte sogar demissionieren. Aber das Unheil konnte glücklicherweise abgewendet werden. Auf die Bestellung eines Photos vom Sängertag wurde verzichtet, da nur 2-3 Wildhauser Musikanten darauf abgebildet waren.

Durch die Mobilisation gab es immer wieder Verschiebungen und Ausfälle. Der Einzug der Monatsbeiträge wurde sistiert.

 

1915: An der Hauptversammlung wird der Kassier beauftragt, aus der Kasse den Betrag von 100 Fr. zinstragend anzulegen. Einem weiteren Antrag die Kasse um den Betrag von 2 Doppellitern zu plündern, wurde freudig zugestimmt und blitzartig in die Tat umgesetzt.

 

1915/1916 waren sehr ruhige Jahre (1. Weltkrieg). Es wurden wenige Proben abgehalten.

 

1917: Der Verein kaufte für Fr. 78.- ein neues ES-Althorn. Nach dem Schluss der Silvesterfeier in der evangelischen Kirche fand in der Sonne ein gemütlicher Hock statt. Das Jahr wurde mit Doppellitern und Birnbrot abgeschlossen.

 

1918: Hauptversammlung: Die nicht erschienen, altbewährten Musikwärte Herren Forrer Ulrich und Wichser Arnold werden im Glanze ihrer glorreichen Abwesenheit mit rauschendem Mehr ihres schweren Amtes bestätigt. Es wird beschlossen ein "Trömmeler" ausbilden zu lassen. Die Arbeit des Dirigenten wird mit Fr. 10.- honoriert.

 

1919: Mit einem Inserat wird im "Werdenberger" um neue Mitglieder geworben. Für geraume Zeit wird im Hirschen geprobt.

 

1920: Im Februar wurde im Hotel Sonne nachmittags um 3 Uhr und am Abend 8 Uhr im Tell Theater gespielt.

Das Mammutprogramm sah folgendermassen aus:

1.   Königsmarsch von Dörle

2.   Hanni, die Braut des Wildschützen. Volksstück in 3 Akten.

3.   Morgenständchen Musik v.R. Singer

4.   De lätz Trompeter. Einakter von H. Gysler

5.   Festmarsch von Meyer

Eintrittspreise: 1. Platz: Fr.1.50 2. Platz: Fr.1.- Kinder Fr. -.30

Die Aufführungen ergaben einen Einnahmenüberschuss von Fr. 67.50. Man beschliesst, aus dem Erlös ein ES-Althorn zum Preise von 35 Fr. zu kaufen.

Nach einem vierteljährigen Schlaf versammelten sich im September 1920 neun Mitglieder zu einer Krisensitzung. Im Protokoll sind folgende, harte Worte des Schreibers zu lesen: „Es ist lächerlich und zugleich eine Schande einem solchen untätigen, zwecklosen Verein anzugehören und haben solche Mitglieder, welche noch Eifer hatten, jetzt auch satt. Nur das Suchen und Heranzubilden von neuen Mitgliedern kann die Musikgesellschaft vom Untergang erretten und vorausgesetzt, wenn die alten Mitglieder den Schlendrian aufgeben, denn wenn man will, kann man viel."

Als neues Übungslokal wurde das Schulzimmer der Kath. Schule (damals im Haus Köpfli) bestimmt. Kurzerhand wurde beschlossen, das Elektrische Licht einzurichten. Zur Sicherung der Finanzierung musste jedes Mitglied einen einmaligen Betrag von Fr. 3.- entrichten!

 

1921/22: Im Herbst 1921 wurde die Übungszeit von Woche zu Woche bestimmt. Meistens fand die Probe am Samstagabend um 9 Uhr statt.

 

1923: Der Dirigentengehalt wurde auf 20.- Fr. erhöht. Am Pfingstmontag wirkte die Bürgermusik am Sängertag in Wildhaus mit. Der Verein bestand aus 14 Aktiv-, 2 Ehren-, und 10 Passivmitgliedern. Am Pfingstmontag fand in Wildhaus ein Sängertag statt.

 

1924: Der Verein beschloss, eine Kollektion Marschbücher anzuschaffen und an Lehrer Böhni zum Abschreiben derselben zu senden. Vom Rheintalerischen-Musikverband folgte eine Einladung zur Mithilfe bei der Gründung eines kantonalen Musikverbandes. Die Wildhauser lehnten einen Beitritt ab. Als Übungslokal wählte man die Sonne.

 

1925/1926: Es wurde eine Reisekasse gegründet. Als neues Übungslokal bestimmte man das neue Kath. Dorfschulhaus (Jahresmiete 50.- Fr.). Zweimal wurde an einem Sonntagmorgen um 6 Uhr ein Platzkonzert durchgeführt.

 

Abbildung 5: Bürgermusik um 1925

 

1927: Am 16. Juni packte die Wildhauser Musikanten die Reiselust. Erstmals wurde eine ganztägige Musikreise durchgeführt. Das Auto-Reiseunternehmen E. Vetsch, Grabs führte die "tapferen" Wildhauser (einige sassen zum ersten Mal in einem "Vehikel") über Feldkirch, Bregenz ins Appenzellerland. Jeder Teilnehmer bezahlte Fr. 8.70.

 

1928: Um einige neue Instrumente anschaffen zu können, organisierte Heinrich Kaufmann eine Bettelaktion mit Bettelbriefen an die Gemeinden, an den Verkehrsverein und mit einer Haussammlung. Ebenfalls wurde wieder ein grosser Theaterabend abgehalten.

 

1930: Die Bürgermusik besass bis heute noch keine Uniform. Der Verein bestellte bei der Ostschweiz. Uniformenfabrik in Rapperswil 19 Mützen.

 

1931: Mit feuriger Marschmusik der Bürgermusik wurde das neu gebaute Schwimmbad Schönenbodensee eingeweiht.

Der Dirigentengehalt wurde auf Fr. 40.- erhöht.

 

1933: Am 20. Aug. wurde bei der Familie Hauser in der Schwendi produziert. „Die Kasse erfreute sich eines grossen Zuwachses, wurden immerhin Fr. 45.- freiwillig gespendet. Wie viele Doppelliter den Musikanten aufgetischt wurden, weiss der Schreiber nicht mehr, wenigstens genug."

 

1934: Zum ersten Mal wird über den Beitritt zum Kant. Musikverband diskutiert. Am Auffahrtstag nahm die Gesellschaft an der Fahnenweihe des Kath. Jünglingsvereines teil, im November folgte die Einweihung des katholischen Kirchengeläutes. Als Entschädigung und zur nötigen Stärkung der Blasebälge erfolgte ein währschafter Zvieri.

 

1935: Hauptversammlung: 4 Musikanten sollten für die 25-jährige Tätigkeit ein Ehrendiplom erhalten. Die Kommission beschloss, es sei in Anbetracht der hohen Kosten die, die Anschaffung von 4 Diplomen verursache, nur ein Diplom verabfolgt werden und durch das Los zu bestimmen, an wen es zufalle. Die Versammlung beschloss aber, allen 4 Ehrenmitgliedern ein Diplom zu verabreichen, dafür aber ungerahmt, sowie wurden sie von den üblichen Monatsbeiträgen gnädigst freigesprochen.

An die Neuanschaffung von Instrumenten vergütete die Gemeinde Fr. 20.- und die Ortsgemeinde Fr. 30.-.

Im Sommer fand mit der Musikgesellschaft Nesslau ein gemütlicher Hock im Café Hässig statt. Bei diesem Zusammentreffen wurde beim Gastverein der Ankauf von 4 Instrumenten zum Preise von Fr. 200.- ausgehandelt.

Um die schon längst in Vergessenheit geratene Pauke auch wieder etwas zu Ehren zu kommen und sie vom Staub zu befreien, wird beschlossen, dieselbe beim Ausflug ins Schönenbodenparadies mitzunehmen. Als Paukist wurde einstimmig Oskar Walt bestimmt.

 

1936: Auf Anordnung des Sektionschefs musste für eine allfällige Kriegsmobilmachung Alarmtrompeter bestimmt werden. Es wurden ernennt: Für den Schönenboden Oskar Forrer und Ernst Bühler, für das Dorf Ur. Forrer, für das Lisighaus Fritz Forrer und für das Moos Fried. Näf.

 

1937: Es wurden weitere Mützen angeschafft, jeder Musikant zahlte Fr. 2.- Für die verschiedenen Anlässe im Laufe des Jahres erhielt die Musikgesellschaft vom Verkehrsverein als Honorar Fr. 5.-.

 

Etwas zum Schmunzeln: Die Musikgesellschaft wurde vom Präsidenten der evangelischen Kirchenvorsteherschaft aufs Schärfste gerügt. Nach Auffassung der Kirchenvorsteherschaft sei bei der letzten Silvesteraufführung in einigen Teilen des vorgetragenen Stückes so etwas wie Walzertempo vorgekommen. Nach Aussage langjähriger Mitglieder sei es noch nie vorgekommen, dass der evangangelische Kirchenrat so vorgegangen sei, abgesehen davon, dass die Herren nicht einmal wissen was ein Walzer ist! Mit absolutem Mehr beschloss man, an der diesjährigen Silvesterfeier nicht teilzunehmen.

 

Abbildung 6: Alarmtrompeter Oskar Forrer

 

Abbildung 7: Theater 1937

 

Vorkriegs- und Kriegsjahre 1938-1945

Erstaunlicherweise gab es während dieser Zeit nur kürzere Unterbrüche, diese erfolgten vor allem bei der Mobilmachung (1939) oder wenn das Übungslokal durch das Militär besetzt war. Mit viel Elan wurde jeweils geprobt und musiziert, eine Moralspritze in der harten Zeit.

 

1942: Es wurde beschlossen, das zurzeit zur Verfügung stehende Geld (beachtliches Vermögen von Fr. 1470.82) auf einem Sparheft bei der Darlehens­kasse anzulegen.

Von Herrn Hauser wird die sehr schöne Summe von Fr. 200.- gestiftet.

Am 7. Okt. 42 wurde beschlossen, dem St. Gallischen Kantonalverband beizutreten.

 

1943: 50 Jahre Bürgermusik Wildhaus

Es wurde ein kleines Jubiläumsfest geplant, aber nicht durchgeführt. Der Verein begnügte sich mit öffentlichen Auftritten (Platzkonzerte) im Dorf, Lisighaus und in der Schwendi (Photos).

Der Dirigentengehalt wird auf Fr. 50.- erhöht. Hie und da wurde bei der Monatsversammlung das Verlesen der Statuten verlangt, aber meistens waren sie nicht vorhanden.

 

1944: An der Hauptversammlung wird angeregt, man sollte einmal die Gemeinde­behörde dazu bewegen, der Bürgermusik Wildhaus eine ansprechende Subvention zu erteilen, wie es auch an anderen Orten üblich ist. Damit der Gemeinde ein entsprechendes Gesuch unterbreitet werden könne, wird der Kantonalpräsident Major Schmid gebeten, für die Musikgesellschaft einen angepassten Bettelbrief aufzustellen.

Es wurden 25 Musikpässe angeschafft, die Kosten dafür (80 Rp.) bezahlten die Mitglieder.

Am 29. Okt. fand eine Marschmusikübung auf der Staatsstrasse Richtung Sägenboden statt.

 

Zum Schmunzeln: Am 12. Nov. um 7 Uhr abends fanden sich sämtliche Musikanten in der Toggenburg ein, um die Jubilare Josef Grob und Ernst Bühler zu empfangen. Stunde um Stunde verging. Endlich um die Geisterstunde fuhr das Fuhrwerk von Albert Spengler vor. Infolge des schlechten Wetters, sowie der misslichen Fahrt von Nesslau nach Wildhaus liess sich teilweise die Verspätung entschuldigen. Nach Aussagen des Fuhrhalters seien sie mehrmals in Schneewehen stecken geblieben, zum Glück sei dies immer vor einem Gasthaus geschehen. Josef Grob wurde wohl vom schlechten Gewissen geplagt, denn er verzichtete auf die Vergütung für die Teilnahme an der Delegiertenversammlung.

Für die Sommerkonzerte wurde ein musikalisches Programm mit 4 patriotischen Märschen und 4 klassischen Musikstücken aufgestellt.

 

1945: Heinrich Kaufmann wünscht, dass sämtliches Notenmaterial geordnet und jeweils nach der Probe wieder eingezogen werde, er regt auch an, eine Musikkommission zu gründen.

Der Kurverein beschliesst, für die nächsten vier Jahre die Bürgermusik mit je Fr. 100.- zu unterstützen.

Der Vorstand beschliesst etwas für die Ausbildung des Nachwuchses zu unternehmen, für die "schwachen" Bläser soll eine zweite Probe abgehalten werden.

 

Abbildung 8: Platzkonzert Schwendi

 

Abbildung 9: Platzkonzert

 

Nachkriegsjahre: Es geht aufwärts....

1946: Wahl einer ersten Musikkommission. Mit einem Startgeld von Fr. 200.- wird ein Uniformenfond gegründet.

Im Sommer wurde ein Waldfest organisiert (8000 Tombolalose!)

Im gleichen Jahr erfolgte eine teilweise Statutenänderung:

Art. 3: Das Altersjahr für den Eintritt als Aktivmitglied wird auf 16 Jahre festgesetzt.

Art. 20: Die Ausgabenkompetenz des Vorstandes beträgt neu Fr. 50.- Für die Neuuniformierung wollte man eine Haussammlung durchführen, dieselbe wurde aber gestrichen, da man viel Opposition gehört hatte.

 

1947: Am 12. Januar wurde die neue Uniform ausgewählt und bestellt. Eine Uniform kostete Fr. 250.-

Der Vorstand beschloss, zwei Aktivmitgliedern mitzuteilen, dass sie in Anbetracht dessen, dass der Verein für die Uniform soviel Geld auslegt, unbedingt an der persönlichen Ausbildung tüchtig weiterschaffen und die Proben fleissiger besuchen sollten.

1. Uniformweihe:

Am 29. Sept. 1947 wurde auf der Terrasse der Sonne die erste" vollständige" Uniform eingeweiht. Der Eintritt zum Fest betrug 50 Rp.. Der Männerchor Wildhaus und die Musikgesellschaft Alt St. Johann beteiligten sich an der Feier.

Die Mützen (=erste Uniform!) wurden eingesammelt und der Musikgesellschaft Stein gratis abgegeben.

 

Abbildung 10: Bürgermusik mit der 1. Uniform 1947

 

1948: Im Februar folgte eine Einladung der Musikgesellschaft Bazenheid zu einem freundschaftlichen Musiktreffen. Für diesen Anlass wurde die Pauke neu gestrichen und mit dem Wildhauser Wappen verziert. Es war das erste Mal, dass die Wildhauser ihre flotte Uniform einem grösseren Musikantenkreis in der Öffentlichkeit zeigen durften.

Am 6. Juni nahm die Bürgermusik am Bongertfest in Gams teil. Der Aktuar Karl Forrer schrieb: " Zwar etwas missmutig und mitgenommen von der Trockenheit vom Vormittag (Turnertagung) fuhren wir am Mittag mit dem gelben Postauto nach Gams. O je, welch eine Wonne, der Himmel voll Sonne, der Festplatz voll fröhlichen, gutgelaunten Menschen. Musik, Weinstube und Bar, Bier das köstliche Nass, das wir am Vormittag vermissten, war hier genügend zu haben! Musikant, was willst du noch mehr?"

 

1949: 26. Mai Toggenburger Kreismusiktag in Zuzwil. Mit dem Marsch „Mit frischem Mut" wurde erstmals an einer Marschmusik-Konkurrenz teilgenommen. Mit der Ouvertüre "Hadlaub" stellten sie sich dem musikalischen Experten. Musikdirektor Damm hatte sich auf einem turmartigen Podium verpostiert und machte während den Vorträgen heftig Notizen. Ein sintflutartiger Regen brach ein, panikartig verliessen alle den Festplatz, nur der Musikdirektor glaubte dem Sturme trotzen zu können. Pudelnass harrte er auf seinem Throne aus.

7. August: Waldfest im Eggenwäldli: Vom Erlös (Fr. 1500.-)wurden 2 Flügelhörner für je Fr. 310.- gekauft.

 

1950: Teilnahme am Toggenburger Kreismusiktag in Wattwil.

 

1951: Am Sängertag in Stein kam es zu Unstimmigkeiten. Ein missgestimmter Musikant warf die Flinte ins Korn und reiste nach Hause.

 

1952: Ende April wurde eine zweitägige Reise (mit Frauen) nach Twann organisiert (Kosten Fr. 30.- pro Person).

Am 14. Sept. fand die Sekundarschulhaus-Einweihung statt.

 

1953: Am 13./14. Juni besuchten die wackeren Musikanten das Bundesmusikfest in Bregenz. Mit der Ouvertüre "4 Menschenalter" wurden sie im 2. Rang, mit 84 Punkten rangiert und erhielten einen Kranz, das war der erste Kranz der Bürgermusik in ihrem 60-jährigen Vereinsleben.

 

 

Abbildung 11: Platzkonzert Rösliwies

 

Abbildung 12: Platzkonzert Schwendi

 

1954: Teilnahme am Kreismusiktag in Gähwil.

Bei der Planung von Theater- und Unterhaltungsabenden kam es oft zu Terminschwierigkeiten mit den anderen Dorfvereinen (Männerchor, Turnverein).

Ehrenabzeichen: Für 10-jährige Tätigkeit wurde dem Musikanten ein Winkel an die Uniform genäht, für 20 Jahren erhielt er einen zweiten Winkel und für 30 Jahre wurde der Jubilar mit einem Stern geschmückt.

 

1955: Krisensitzungen:

Bei verschiedenen Krisensitzungen wurde bemerkt, dass die Probenbesuche schlecht sind, dass die Kameradschaft besser sein könnte, Quereleien und Beleidigungen am Wirtshaustisch kamen häufiger vor. Es stellte sich heraus, dass die von der Musikkommission ausgewählten Musikstücke zu schwierig seien.

Teilnahme an der Uniformenweihe der Musikgesellschaft Alt St. Johann.

 

1956: Am 6. Mai fand der Toggenburger Kreismusiktag in Wildhaus statt.

Vereinsausflug mit dem Männerchor nach der Funi. Dr. König anerbot, auf seine Rechnung für ca. Fr. 30.- konsumieren zu dürfen.

 

1957: Am 2. Juni fand die Uniform- und Fahnenweihe der Musikgesellschaft Grabs statt. Wegen der grossen Hitze fiel Arnold Wichser aus, er erlitt einen Sonnenstich.

Das Waldfest im August war ein grosser Erfolg.

 

1958: Am 7. April wurden die glorreichen Sieger der Schweizerischen Skiklubmeisterschaften empfangen.

Teilnahme an Kreismusiktag in Bazenheid.

 

1959: Die Bürgermusik nahm an verschiedenen Anlässen teil (Fahnenweihe Gams, Musiktag Stein, Schützenfest, Waldfest mit 1256.- Fr. Gewinn!).

Am 4. Oktober wurde das Gemeindehaus Wildhaus eingeweiht.

Der Dirigentengehalt wird auf Fr. 300.- erhöht.

 

1960: starb der langjährige Dirigent Ernst Bühler.

Die ersten Damen in der Bürgermusik Wildhaus!

 

1961: Am 1. August traten die ersten Musikantinnen öffentlich auf, es waren dies Ruth Bollhalder und Heidi Dürler.

Die steifen Uniformkragen waren vielen Musikanten lästig geworden, man befasste sich mit einer Neuuniformierung, mussten doch bald auch die ehrenwerten Damen schicklich uniformiert werden.

Am 1. Okt. nahm die Bürgermusik Wildhaus mit grossem Erfolg am Kreismusiktag in Kirchberg teil. Nach Auffassung der Musikanten wurden sie von den Experten zu gut bewertet. Bescheidenheit, oder rissen sich die Herren wegen den mitwirkenden Damen besonders zusammen??

 

1962: Am 31. Mai wurde vom Männerchor Wildhaus der Sängertag, verbunden mit der Fahnenweihe, organisiert. Da die Noten für den Fahnenmarsch noch nicht vorhanden waren, wurden sie vom Männerchor gestiftet.

Viel Volk strömte am 4. August zum Waldfest. Kaum war das erste Stück zu Ende, vertrieb ein gewaltiger Gewitterregen alle Gäste.

100-Jahre Eidg. Musikverein: Zu diesem Anlasse fanden an verschiedenen Orten Platzkonzerte statt.

Mit einer Starteinlage von Fr. 3000.- wird ein Uniformenfond eröffnet.

 

1963: Vom 8.-10. Febr. fanden die 2. Schweiz. Skimeisterschaften statt. Für den Startschuss der Abfahrt wurden vier Clairon-Bläser aufgeboten. Zur Siegerehrung durften dann alle Musikanten antreten.

Am 1. August 1963 schwang Ernst Hüeberli zum ersten Mal den Taktstock für die Bürgermusik Wildhaus.

 

1964: Als Höhepunkt darf wohl der zweitägige Vereinsausflug in den Schwarzwald bezeichnet werden. Viele "alte" Musikanten werden sich noch daran erinnern. In Freiburg besuchten einige das Münster, andere die Messe, einige machten Jagd auf die Wirtschaften. Am Schluss des Bummels hatten einige grosse Probleme und fanden das Postauto kaum mehr. Im Hotel Schützen in Donaueschingen machten sich Karl Forrer und Edwin Forrer als Kellner nützlich. Sie schleppten Suppe und Bierhumpen herbei und räumten das Geschirr weg. Sie erhielten ein Anstellungsangebot, lehnten es aber dankend ab.

Wieder eine Krise, hoffentlich die letzte...!

1965/1966 drohte das Vereinsschiffchen wieder einmal dem Untergange geweiht zu sein. Durch Wegzug und Austritten von Aktiven sank die Mitgliederzahl, aber auch die Moral der noch verbleibenden Musikanten erreichte einen Tiefpunkt. Die Vereinstätigkeit wurde eingestellt.

Mit Krisensitzungen und vor allem auch durch den grossen Einsatz von Ehrenmitglied Gottlieb Gebert konnte der Verein gerettet werden. Als neuer Dirigent wurde Ruedi Glas gewählt.

Neubeginn-Neuinstrumentierung

1967: Eine Neuinstrumentierung drängte sich auf. Der Verein brauchte dringend Instrumente für die Jungmusikanten und die Stimmung des Corps musste ausgebaut werden. Für Fr. 12000.- wurden Instrumente der Marke Besson gekauft.

Dank der Unterstützung durch die politische Gemeinde, die Ortsgemeinde und vielen Gönnern konnte die Finanzierung erfolgreich durchgeführt werden.

2. Uniformenweihe

1968: 2.Uniformenweihe

Nachdem die Musikanten neue Instrumente präsentieren durften, drängte sich schon bald eine Neuuniformierung auf. Die neue Uniform wurde der Bevölkerung am Muttertag vorgestellt, dies erfolgte mit Platzkonzerten im Schönenboden, Dorf und Lisighaus.

 

Abbildung 13: Musikfest in Gams, mit 2. Uniform 1968

 

1969: 18. Mai Kreismusiktag in Wildhaus

Die Organisation des Kreismusiktages klappte, auch wenn nur ein bescheidener Reinerlös daraus resultierte.

Die Suche nach einem neuen Dirigenten verlief erfolgreich. Nach langem Suchen und einigen Überredungskünsten stellte sich Ernst Hüeberli wieder zur Verfügung. Wer hätte damals gedacht, dass es Ernst bis zum heutigen Tag bei den Wildhauser aushalten würde?

 

1970: Im Juli erfolgte ein Freundschaftsbesuch in Unterschlatt und ein Treffen mit der Musikgesellschaft Bargen. Nach einem längeren Unterbruch fand wieder einmal ein Unterhaltungsabend statt. Der Saal des Hotels Acker war jeweils überfüllt.

 

1971: Unterhaltungsabend und verschiedene Auftritte und Platzkonzerte.

 

1972: Am 18. Febr. spielte die Bürgermusik vor einer riesigen Zuschauerkulisse auf dem Dorfplatz zum Empfang von Olympia-Silbermedaillengewinner Walter Steiner gross auf.

 

1973: Am 4. Mai erfolgte die Genehmigung der neu bearbeiteten Statuten.

Im Juni spielte die Bürgermusik zur Einweihung der Darlehenskasse auf und am 22. Juli nahmen sie an der Fahnenweihe der Musikgesellschaft Stein teil.

 

1974: An der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, eine Vereinsfahne anzuschaffen.

 

1975: Verschiedene Anlässe, unter anderem auch beim Empfang von Skiflugweltmeister Walter Steiner. Die Vereinsfahne wird bestellt.

 

1976: Kreismusiktag und Fahnenweihe

Am 29./30 Mai war es endlich so weit. Die Bürgermusik durfte ihre erste Vereinsfahne einweihen. Patensektion war die Musikgesellschaft Stein, Fahnengotte: Margrit Wyss, Friedegg und Fahnengötti: Hans Steiner, Zaun.

Mit dem Reinerlös von Fr. 7750.- wurde ein Grundstock für eine Neuuniformierung gelegt.

Am 26. Sept. wurde Dirigent Ernst Hüeberli glanzvoll als Gemeindeammann von Wildhaus gewählt. Bei der offiziellen Feier erwähnte ein Musikant, die Bürgermusik gehöre zu den Glücklichen, mit der Hoffnung die Dirigentensorgen für einige Jahre los zu sein.

 

Abbildung 14: Fahnenweihe 1976 mit Ehrenveteranen Heinrich Kaufmann und Gottlieb Gebert

 

 

1977: Die Bürgermusik Wildhaus im Auftrieb! Mit über 20 Auftritten gab es für die Musikanten ein reich befrachtetes Programm: Waldfest Stein, Einweihung Mattenschanze, Kreismusiktag, Platzkonzerte und etliche Geburtstagsständchen.

Die Musikanten wählten eine neue Uniform aus (Fa. Helbling, Rapperswil, Kostenpunkt pro Uniform ca. 600.- Fr.).

An der Hauptversammlung trat Heinrich Kaufmann ins zweite Glied zurück.

1924 trat er in den Verein ein, während 26 Jahren (5 Jahre Präsident, 9 Jahre Aktuar, 12 Jahre Kassier) gehörte er dem Vorstand an.

3. Uniformenweihe

1978: 3.Uniformenweihe

Am 17./18. Juni war es so weit. Nach 1947,1967 kam es zur dritten Neuuniformierung. Insgesamt musste für die schmucke Galauniform Fr. 24000.- aufgewendet werden. Ein Grossteil der Mittel wurde von den Wildhausern anlässlich von Musikvorträgen "erblasen", aber auch viele Gönner waren der Bürgermusik gut gesinnt.

Oktober: Feuchtfröhliche Musikreise nach München.

 

Abbildung 15: Bürgermusik Neuuniformierung 3. Uniform 1978

 

 

1979: 11.-13. Mai Teilnahme am Kant. Musikfest. Im Allgemeinen schnitten die Wildhauser Musikanten gut ab. Mit nur einer Marschübung im Freien wurde sogar in der Marschmusik- Bewertung ein "sehr gut "erreicht. Im Expertenbericht war zu lesen: „Die Bürgermusik hat zweifellos Qualitäten, es gilt sie umzusetzen."

Es wurde ein 2. Uniformhemd angeschafft. Mitgliederbestand: 37.

 

1980/81: Anfangs der 80-er Jahre wurde wieder eine Absenzenkontrolle, verbunden mit einem Wettbewerb, eingeführt. Bei den jährlichen Rangverlesen fällt auf, dass vor allem die älteren Jahrgänge, mit beinahe lückenlosen Auftritten, glänzen.

Einer von diesen war Karl Forrer, der an der Hauptversammlung für seine 50-jährige Mitgliedschaft geehrt wurde.

 

1982: Im April veranstaltete die Bürgermusik mit dem Männerchor Wildhaus einen gemeinsamen Unterhaltungsabend. Dazu wurde ein Bühnenbild angefertigt.

Heinrich Kaufmann, Karl Forrer, Ueli Forrer, Fridli Näf, Gottlieb Gebert und Ernst Hüeberli, die schon während vielen Jahren dem Verein die Treue hielten wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Die Musikreise führte in den sonnigen Ticino.

 

1983: Wegen heftigen Schneefällen begann die Hauptversammlung mit grosser Verspätung und dies ausgerechnet, als zum ersten Mal die Musikfrauen eingeladen wurden. Dafür kamen alle wieder zeitlich nach Hause!?

 

1984: Die reisefreudigen Musikanten machten das Wallis unsicher.

Nach hartnäckigem Seilziehen, Abwägungen und Bedenken nahm man in den Registern einige Umbesetzungen vor.

 

1985: Am 5. Mai wurde der Kreismusiktag in Ebnat-Kappel besucht.

Am 9. Nov. wurde Fridli Näf zum Kant. Jubilar gekrönt. Bei der Ehrung wurden besonders seine fleissigen Probenbesuche und sein trockener Humor erwähnt. Eine kleine Anekdote erzählt von Ernst Hüeberli: „Ich wohnte noch als Dirigent in Wattwil. An einem Winterabend klingelte das Telefon und Fridli meldete sich. Muesch hüt nöd a d'Prob cho,z'Wildhus tuet's wie nen Suchog, me liess ken Hond zum Huus usse."

 

1986: Ehrung von Gottlieb Gebert zum Kant. Jubilar. Als 16 jähriger Bursche trat Gottlieb 1936 in die Bürgermusik ein. Er sprang immer wieder ein, wenn Not am Mann war. Viele Jahre war er im Vorstand, davon mit Unterbrüchen 15 Jahre als Präsident, wenn für dieses Amt niemand gefunden wurde, fragte man einfach Gottlieb, der fast nie nein sagen konnte. Dass die Bürgermusik in den 60-er-Jahren nicht ganz Schiffbruch erlitt, war sein Hauptverdienst.

Ein besonderes Augenmerk legte man auf die Förderung der Jungbläser. Die Leitung übernahm Fredi Metzger.

 

1987: Die Musikanten bewältigten ein reichbefrachtetes Programm: Empfang Karl Alpiger, Sesselbahn-Jubiläum und viele andere Auftritte.

 

1988: Es wurde beschlossen, die Reiskasse aufzulösen. Trotzdem reisten die Musikanten ins schöne Tirol.

 

1989: Am 4. Juli Teilnahme am Kant. Musikfest in Gossau.

Für die Jungmusikanten wurden neue Uniformkittel und Instrumente angeschafft.

Ernst Hüeberli wird zum Ehrendirigent (25 Jahre) ernannt.

 

Abbildung 16: Ehrendirigent Ernst Hüeberli mit Präsident Josef Näf

 

1990: Nach heftiger Diskussion beschliessen die Musikanten, am Eidg. Musikfest 1991 in Lugano teilzunehmen. An der Hauptversammlung wird auch über die Bildung einer Musikkommission debattiert.

Am 1. Dezember fand die Einweihung des Mehrzweckgebäudes Chuchitobel statt. Endlich bekommt die immer grösser werdende Bürgermusik ein passendes Probelokal und für die Unterhaltungsabende einen Saal mit Bühne.

 

1991: Erstmals konnte der Unterhaltungsabend im neu gebauten Mehrzwecksaal durchgeführt werden. Bei 4 Aufführungen war der Saal jeweils bis auf den letzten Platz besetzt. Die Theaterspieler freuten sich auf die modern einrichtete Bühne und die Musikliebhaber auf die ausgezeichnete Akustik.

Eidg. Musikfest in Lugano.

Die erstmalige Teilnahme an einem Eidgenössischen war ein Traumziel von Dirigent Ernst Hüeberli. Leider erkrankte Ernst Mitte April schwer und so wurde auf die Teilnahme verzichtet. Schade, ein eidgenössischer Kranz fehlt noch in der hundertjährigen Vereinsgeschichte.

Für dieses Jubiläum erfolgten bereits die ersten Vorbereitungen.

Die Musikanten wurden in diesem Jahr mit 64 Zusammenkünften, wovon 21 Auftritten, ganz besonders gefordert.

 

1992: Die Bürgermusik im Aufschwung!

Mit der Aufnahme und mit dem Mitmachen von einigen Jungbläsern bei den "Grossen" wächst erfreulicherweise die Mitgliederzahl der Bürgermusik Wildhaus (1993=50 Mitglieder).

Bei der Patensektion Stein fand ein freundschaftliches, familiäres Musiktreffen statt.

Jubiläumsjahr

1993: Jubiläumsjahr.

Die Vorbereitungen zum 100-jährigen Jubiläum am 2./3./4. September laufen auf Hochtouren.

Im März fanden wieder mit grossem Erfolg die Unterhaltungsabende statt. Während dem Wildhauserfest ehrte die Bürgermusik mit einem Ständchen die älteste Wildhauser-Bürgerin Kathrin Hell ("Burg-Kathri"). Sie durfte ihren 99. Geburtstag feiern und trat ins 100. Lebensjahr, also beinahe so alt wie die Bürgermusik!

 

Abbildung 17: Bürgermusik im Jubiläumsjahr 1993

 

 

Noch etwas zum Schmunzeln......

In der Schwendi wohnte ein Forrer. Er war ein fleissiger Probenbesucher und spielte den Bass. Während einer Probe erzählte er von seiner letzten Heimkehr, direkt vom Gasthaus Tell (Nachsitzung?). "Das hät denn scho no tüflisch gschneit,i han e ganzi Stund brucht, viermol hät's mer de Bass mit Schnee gfüllt, so das en han müesse leere. Es hät mindestens en Meter Schnee häregworfe."

 

"Tobbach Sef" (Josef Grob) war ein Musikant mit Leib, Seele und hie und da auch mit viel Durst. Nach der Probe war er nie der erste der heimkehrte. Bekannt war aber auch, dass ihn sein Weib Kathrin nicht immer rühmte. Nach dem er wieder einmal etwas gezecht hatte, machte er sich, in Begleitung von "Wiesbueb Fridli" (Fridolin Näf) auf den Heimweg. Da meinte Fridli: „Chum mer wänd emol d'Kathrin of d' Prob stelle. I goh emol i d' Stobe".

Gesagt, getan. Leise, mit ausgezogenen Schuhen schleicht er in die Stube und setzt sich aufs Sofa. Schon geht die Türe auf und Kathrin poltert herein. Augenblicklich ruft sie: „Das ischt jo gar nöd mis Chalb!"

 

 

Die nächsten 100 Jahre…

 

1994: Die Uniform war schon recht in die Jahre gekommen.

Nach dem Jubiläumsfest fanden jedes Jahr Unterhaltungsabende im Mehrzweckgebäude statt.

Der Verein beschloss, dass in absehbarer Zeit eine neue Uniform anzuschaffen ist. Die Beschaffung der finanziellen Mittel wurde angepackt.

 

1995: Fridolin Näf sen. wurde für 60 Jahre aktives Musizieren zu kant. Ehrenjubilar ernannt.

Bruno Alpiger wurde zum Ehrenmitglied der Bürgermusik ernannt.

 

1996: Der Ehrendirigent tritt nach insgesamt 31 Jahren musikalischer Leitung zurück und wurde dementsprechend an der Unterhaltung geehrt.

Das Jahr 1996 war ein sehr intensives Jahr mit vielen Auftritten und Proben. Insgesamt hatten die Musikanten 77 Zusammenkünfte!

 

Die 4. Uniform

1997: Es war so weit, die 4. Uniform wurde eingeweiht. Die Uniformweihe fand am 1. März statt zusammen mit einem Konzert der Bürgermusik Wildhaus und der Patensektion Stein. Die petrol grüne Uniform ersetzt die mittlerweilen 19 Jahre alte, braune Uniform aus dem Jahre 1978. Die neue Uniform hat für die 56 Mitglieder beinahe 100'000.- Fr. gekostet. Dieses Geld wurde teilweise durch die Konzerte und Unterhaltungsabende eingespielt, teilweise aber auch durch spezielle Spenden für die Neuuniformierung

 

Abbildung 18: Die vierte Uniform der Bürgermusik (Kreismusiktag 1999 in Mels)

 

1998: Josef Näf demissionierte aus dem Vorstand. Er war 18 Jahre im Vorstand tätig, davon 10 Jahre als Präsident. An der Hauptversammlung wurde Heinz Plat zum Ehrenmitglied ernannt.

In diesem Jahr wurde die erste Internet Präsenz erstellt. Die Homepage der Bürgermusik veröffentlicht von da an die aktuellen Informationen sowie die Geschichte des Vereins auch auf dem Word Wide Web.

 

1999: Die Bürgermusik nahm am kantonalen Musikfest in Mels statt. Trotz solider Leistung waren einige Musikanten mit den Experten nicht gleicher Meinung. Der Präsident schrieb in seinem Jahresbericht: „Wir waren am Samstag morgen an der Reihe. Nicht nur wir Musikanten waren noch frisch, sondern auch die Experten. So haben sie nicht den kleinsten Fehler unsererseits überhört.“ Tatsache war aber, dass alle 4. Klass-Vereine relativ schlecht benotet wurden. Alles in allem war es aber ein sehr gelungener Anlass.

 

Abbildung 19: Die vierte Uniform der Bürgermusik (Kantonales Musikfest 1999 in Mels)

 

2000: Der Jahrtausend Übergang ging in der Musik reibungslos über die Bühne. Neben den Unterhaltungen und diversen Auftritten ist vor allem der Alpgottesdienst zu erwähnen. Wegen schlechtem Wetter musste er im Mehrzweckgebäude durchgeführt werden. Da aber der Gottesdienst im Radio DRS live übertragen wurde, war es akustisch eher ein Vorteil im Mehrzweckgebäude zu spielen.

Ralph Übersax wurde zum Ehrenmitglied ernannt und Bruno Alpiger wurde am Kreismusiktag zum kantonalen Veteranen geehrt.

Die Musikreise im Herbst führte nach Genf und um den Genfersee zurück.

Ende November fand seit längerem wieder das erste Kirchenkonzert statt, wie sich zeigte wurde dies der Start zu einem alljährlichen musikalischen Gegenpol für die Unterhaltungsabende.

 

2001: An der Hauptversammlung demissionierte Gregor Eberle aus dem Vorstand. Er war 17 Jahre im Vorstand tätig, davon 7 Jahre als Präsident. An dieser Hauptversammlung wurden auch die komplett überarbeiteten und der Zeit angepassten Statuten in Kraft gesetzt.

Am 6. Mai hatten 10 Musikanten zusammen ein Geburtstagsfest organisiert. Gefeiert wurde „350 Jahre Musikanten“. Dieses Fest begann mit einem Frühschoppenkonzert der Bürgermusik und einem Apéro, danach fand ein Mittagessen statt. Am Nachmittag wurde gefeiert. Es war ein gelungener Anlass mit 168 geladenen Gästen, darunter auch alle Mitglieder der Musik.

Im November wurden Gregor Eberle und Fridolin Näf zum Eidgenössischen Veteranen ernannt.

 

2002: Teilnahme am Kreismusiktag in Libingen, an diesem Fest wurden die Musikanten Josef Näf, Christian Schlegel und Ruedi Steiner zu kantonalen Veteranen ernannt.

Am 17. August fand der St. Galler Kantonaltag der EXPO.02 auf der Arteplage Neuenburg statt. Dabei wurde der Kanton St. Gallen durch 8 Gemeinden repräsentiert, darunter auch Wildhaus. Die Bürgermusik vertrat zusammen mit weiteren Vereinen die Gemeinde Wildhaus. Unser Auftritt erfolgte in Huldrich Zwingli Kostümen, was auch Angesichts der doch sehr hohen Temperaturen nicht jedem Musikanten gefiel. Es war aber in jedem Fall ein Erlebnis

Im November wurden Alois Wenk und Josef Wenk zu Eidgenössischen Veteranen ernannt.

 

2003: Teilnahme am Kreismusiktag in Mosnang, an diesem Fest wurde der Fähnrich Heinz Platz zum kantonalen Veteranen ernannt.

Im diesem Jahr musste die Bürgermusik gleich zwei Ehrenmitglieder zu Grabe tragen: Im Mai Karl Forrer und im August den Ehrendirigenten Ernst Hüeberli.

Die Musikreise führte über den Flüela- und den Ofenpass ins Vinschgau im Südtirol wo wir in Kaltern übernachteten. Im Reisebericht ist zu lesen: „Der Abend stand zur freien Verfügung, was unterschiedlich stark ausgenutzt wurde. Für den Stromausfall in ganz Italien während der Nacht waren trotzdem keine Musikanten verantwortlich.“

In diesem Jahr konnte das Vereinsarchiv im Estrich vom Sport- und Kulturzentrum eingerichtet werden. Es stand nun zum ersten Mal genügend Platz zur Verfügung um das Vereinsinventar passend zu lagern.

 

2004: Mit 75 Zusammenkünften gehörte das Jahr 2004 zu einem sehr aktiven Vereinsjahr. Das nicht zuletzt darum, weil sich der Verein an der Hauptversammlung geeinigt hatte, keine Sommerferien einzulegen.

In diesem Vereinsjahr wurde die Musikkommission (früher Notenkommission) wieder aktiviert.

Im 2004 wurde die Bürgermusik drei Mal zu einer Hochzeit eines Musikanten oder einer Musikantin (Melchior Wenk und Maria Bischof, Ingrid Gmür und Jürg Abderhalden sowie Martin Hardegger und Barbara Ammann) eingeladen und natürlich die Anwesenden am Apéro mit einem Konzert zu erfreuen.

Das Kirchenkonzert wurde aufgenommen und die Bürgermusik hat damit die CD erstellt.

 

Abbildung 20: Auftritt Dorfplatz an Hochzeitsapéro Abderhalden

 

2005: An der Hauptversammlung wurde Hans Forrer zum Ehrenmitglied ernannt.

Am 5. März hatten einige Musikanten am 1. Toggenburger Musikantenskirennen teilgenommen. Da die kleinste Zeitdifferenz zwischen zwei Läufen zählte und die Wildhauser Musikanten am konstantesten fuhren, wurde der erste Platz erreicht.

Am Kreismusiktag in Lichtensteig wurde Ralph Übersax zum kantonalen Veteranen ernannt. An diesem Kreismusiktag schnitt auch die Bürgermusik in der Bewertung gut ab: mit 174 Punkten in der 3. Stärkeklasse lag sie in der Mitte aller Vereine im Toggenburg.

Die Musikreise führte auf die Rigi, danach nach Engelberg.

 

Abbildung 21: Marschmusik am Kreismusiktag in Lichtensteig

 

2006: Auch dieses Jahr standen wieder die Unterhaltung sowie das Kirchenkonzert und weitere Auftritte auf dem Programm. Im Herbst fand eine Metzgete statt, die Kosten wurden zur Hälfte von Jean-Pierre Schaller, Wirt im Restaurant Alpstein, übernommen.

 

2007: Die seit 1991 jedes Jahr durchgeführten Unterhaltungsabende wurden mehr und mehr zu einem Höhepunkt bei den Wildhauser Veranstaltungen. Die Aufführungen mit Konzert und Theater wurden jedes Jahr jeweils an drei Abenden durchgeführt und waren vielfach bis auf den letzten Platz besetzt (Mehrzweckgebäude mit 200 Plätzen). Auch im Jahr 2007 war die Unterhaltung wieder ein sehr grosser Erfolg und ein wichtiger finanzieller Pfeiler, denn der Reingewinn der Unterhaltungsabende konnte regelmässig bis über Fr. 10'000.- gesteigert werden.

 

Abbildung 22: Theaterszene Unterhaltung

 

Am 1. Juni fand eine ausserordentliche Hauptversammlung statt. Einige Musikanten waren mit der musikalischen Leitung überhaupt nicht zufrieden. Es ging nun darum, nach einigen Dirigentenwechseln in den letzten Jahren im Verein festzulegen, wie es weitergehen sollte.

Die Musikreise Ende September führte über Romanshorn, Konstanz, Meersburg nach Bad Waldsee.

Paul Götte wurde zum Eidgenössischen Veteranen geehrt.

 

2008: An der Hauptversammlung wurden Monika Wenk und Martin Hardegger zu Ehrenmitglieder ernannt. Martin Hardegger trat überdies aus dem Vorstand und als Präsident zurück. Er war 15 Jahre im Vorstand tätigt, davon 9 Jahre als Präsident.

 

 


 

Leiter der Bürgermusik Wildhaus 1893-2008

Präsidenten:

 


 

1893-1896         Josef Grob

1896-1898         Jacob Steiner

1898-1899         Johann Rüdlinger

1899-1902         Joachim Feurer

1902-1906         Josef Grob

1906-1910         Jakob Raschle

1910                 Josef Grob

1911-1913         Nikolaus Feurer

1913-1917         Jakob Kaufmann

1917-1924         Oskar Walt

1924-1925         Ernst Forrer,Egg

1925-1936         Josef Grob,jun.

1936                 Walter Kohler

1937-1942         Oskar Forrer

1942-1943         Johann Näf

1943                 Oskar Forrer

1944-1946         Fridolin Näf

1946-1950         Heinrich Kaufmann

1950-1951         Karl Forrer

1951-1954         Arnold Wichser

1954-1957         Fritz Grob

1958                 Benedikt Forrer

1959-1960         Josef Grob

1960-1964         Gottlieb Gebert

1964                 Heinrich Kaufmann

1965-1967         Gottlieb Gebert

1967                 Hans Forrer

1968-1969         Ernst Köpfli

1969-1977         Gottlieb Gebert

1977-1980         Richard Schmid

1980-1982         Fredi Metzger

1982-1992         Josef Näf

1992-1999         Gregor Eberle

1999-2008         Martin Hardegger


 


 

1893-1896         Ulrich Rüdlinger

1896-1899         Josef Grob

1899-1900         Johann Rüdlinger

1900-1901         Jacob Baumgartner

1901-1906         Lehrer J.Böni

1906-1908         Jakob Kaufmann

1908-1921         Josef Grob sen.

1921-1954         Ernst Bühler (33 Jahre!)

1954-1957         Arnold Wichser

1957-1961         Elias Grob

1961-1963         Walter Näf

1963-1965         Ernst Hüeberli

1965-1969         Ruedi Glas

1969-1996         Ernst Hüeberli

1997-1998         Walter Greber

1998-2003         Christian Schlegel

2003-2004         Klaus Forster

2005                 Alois Gmür

2006-2007         Fredi Hüppi

2007-                Dominik Gehler


 

 

Stand 2008 nachgeführt

Martin Hardegger

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